Minutenpsychologie

Wussten Sie eigentlich …

… dass Aufstellungen oder Skulpturarbeit nicht nur ein probates Mittel in der Psychotherapie sind, sondern auch in Supervision, Coaching und Unternehmensberatung eine immer wichtigere Rolle spielen? Professionelle Aufstellungsarbeit ist dabei deutlich abzugrenzen von Familienaufstellungen pseudopsychologischer Seelenfänger.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Über einen Sachverhalt nachzudenken führt mitunter nicht über bisher bekannte Horizonte hinaus. Insbesondere Beziehungen weisen auf den ersten Blick oft nicht wahrnehmbare Verbindungen und Verstrickungen auf. Der systemischen Therapie ist die Intervention Skulpturarbeit zu verdanken, die Dynamiken und verdeckte Themen in Beziehungskonstellationen verdeutlicht. Familiensysteme oder berufliche Gemeinschaften, auch Beziehungen zwischen operativen Einheiten können mithilfe eines belebten Bildes transparent gemacht werden. Dadurch lassen sich hilfreiche, wie auch störende Muster erkennen. Skulpturarbeit bedeutet konkret, pro Mitglied eines Systems eine Person aufzustellen. Diese Person erhält eine bestimmte Position, steht in mehr oder weniger großem Abstand zu anderen Systemmitgliedern. Man kann diesem Platzhalter eine bestimmte Geste, eine Haltung und auch einen typischen Satz zuteilen. Wenn alle Positionen aus dem Blickwinkel des Skulpturaufstellers definiert sind, wird das Bild gestartet. Die Platzhalter werden aktiviert, bleiben in ihrer Position, zeigen die Gestik und artikulieren den ihnen zugeteilten Satz. Somit werden Beziehungen in einem ersten Schritt dargestellt. Dann kann das Bild aus Sicht des Skulpturaufstellers verändert werden, die Positionen, Gesten und Sätze der Platzhalter können variiert werden. Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven und Dynamiken. Eine einfachere Variante der aufwändigen und viel Personeneinsatz erforderlichen Skulpturarbeit sind Aufstellungen mithilfe von kleinen Gegenständen, etwa Holzfiguren. Etwas aufstellen bedeutet, in einem Bild zu zeigen, was sich dem ersten Blick oft entzieht.

Key Takeaway: Nehmen sie Holzklötzchen, Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren oder ähnliches. Stellen Sie Ihr Familiensystem oder die personelle, soziale Konstellation in Ihrer unmittelbaren beruflichen Umgebung auf. Erlauben Sie sich diese Art von Planspiel. Wie stehen die Personen zueinander, was bemerken Sie dabei. Wen würden Sie gerne wo hin schieben oder setzen und was würde das verändern?

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de).

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger