Wussten Sie eigentlich …
… dass eine bei VW im Jahr 2000 durchgeführte Studie belegt, dass Führungskräfte ihre Krankenstände bei Versetzung oder Beförderung mitnehmen? Innerhalb weniger Monate passt sich die Krankenstandsquote im neuen Aufgabengebiet an die der vorherigen an.
Führungskräfte-TÜV
Wertschätzende und unterstützende Chefs senken die Fehlzeiten, während schlechte Führung zu Stress, Frust und mehr Krankmeldungen führt. Chefs sind definitiv nicht alleine verantwortlich für Gesundheit oder Krankheit ihrer Mitarbeitenden, denn Krankheiten haben vielfältige Ursachen und Auslöser. Führungsverantwortliche prägen aber das Betriebsklima, die Kultur des Miteinanders maßgeblich. Eine aktivierende Beanspruchung im Arbeitsalltag steigert Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeitserleben, soziale Kompetenz, Engagement, Motivation, kognitive und behaviorale Flexibilität, Kreativität und Einfallsreichtum bei der Problemlösung. Fehlbeanspruchung hingegen führt zu verminderter Konzentrationsfähigkeit, herabgesetztem Erholungsvermögen von Stress, Einbußen im sozio-emotionalen Regulierungsvermögen und zu leistungsmindernden Grübelkreisläufen. Überlastung beeinträchtigt die Arbeitszufriedenheit und folglich die Bindung an den Arbeitgeber und kann mittel- bis langfristig zur krankmachenden Bedingung werden. Chefs werden an ihren Ergebnissen gemessen, sie benötigen ein gesundes, motiviertes und gut geführtes Team, um gesetzte Leistungsziele zu erreichen. Darüber hinaus hat jede Führungskraft Fürsorgepflicht. Was aber unterscheidet gute von schlechten Chefs? Zentrale Qualitätsmerkmale kompetenter Führungskräfte sind: Partizipativer, agiler Führungsstil, positives Vorbild, Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, im Alltag gelebte Wertschätzung, respektvoller Umgang, hohe Kommunikationskompetenz, soziale und emotionale Kompetenz, methodische und fachliche Kompetenz, Entscheidungsstärke, Konflikt- und Kritikfähigkeit, Revidierbarkeitskompetenz, kreative und visionäre Fähigkeiten. Ein guter Chef verhilft seinen Mitarbeitenden zu den besten ihrer Möglichkeiten. Learning by Doing reicht hierfür nicht bei allen. Wer so viel Verantwortung trägt, muss unterstützt, aber auch kontrolliert werden.
Key Takeaway: Mit Übernahme einer Führungsaufgabe wird oftmals eine dauerhaft gültige Führungslizenz erteilt. Die Führungstauglichkeit sollte jedoch regelmäßig überprüft werden. Selbsteinschätzung, anonyme Befragungen der Geführten, kombiniert mit 360-Grad-Feedback belegen entweder sehr gutes Führungsverhalten oder offenbaren Inkonsistenzen, Schwachstellen und Gefahren. Bei eingeschränkter Führungstauglichkeit sind differenziertes Feedback, Coaching, Qualifizierungsmaßnahmen, aber auch Veränderungen im Aufgabenbereich die Mittel der Wahl.
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Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
