Wussten Sie eigentlich …
… dass in Deutschland rund zwei Drittel der Männer und über die Hälfte der Frauen übergewichtig sind? Ein Viertel der Erwachsenen zählt als stark übergewichtig. Schon jedes 6. bis 7. deutsche Kind ist übergewichtig.
Die Heilkraft der Bewegung
Die Welt bewegt sich immer intensiver und scheinbar schneller, der Mensch darin wird aber zusehends unbeweglicher. Rund 90 % der Mädchen und 80 % der Jungen erreichen die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Bewegungszeit von mindestens 60 Minuten am Tag nicht. An Schulen fällt Sportunterricht wegen maroder Turnhallen oder Lehrermangel immer häufiger aus. Ist Mathe wirklich wichtiger als Sport? Immer mehr Menschen degenerieren zum Homo Sessilis oder zum Couch Potato, womit der sitzende, inaktive Mensch beschrieben wird. Das wird natürlich auch begünstigt durch mehr sitzende berufliche Tätigkeit, virtuelle Meetings, digitales Shoppen und eine allgemein grassierende Bewegungs-Bequemlichkeit. Chronischer Bewegungsmangel führt zu massiven gesundheitlichen Problemen, wie Rückenschmerzen, Muskelabbau, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fehlhaltungen. Dabei war „mens sana in corpore sano“ schon ein vorchristlicher Leitgedanke. Mehr Sport gibt uns nicht nur ein gutes Gewissen. Die vielfältig positiven und gesundheitsfördernden Auswirkungen körperlicher Aktivität sind hinreichend wissenschaftlich belegt. Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an, fördert die Durchblutung und senkt das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen. Sich bewegen wirkt stimmungsaufhellend, mitunter auch antidepressiv. Es muss ja nicht ein Runner’s High sein. Aber auf die Ausschüttung von Glückshormonen oder die Freisetzung des Motivationshormons Dopamin, wodurch unser Belohnungszentrum aktiviert wird, sollte man tunlichst nicht verzichten. Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin werden abgebaut, das wirkt angstlösend und beruhigend. Neuroplastizität besagt, dass Bewegung die Bildung neuer Nervenzellen anregt und so Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung verbessert. Laufen ist bekanntlich auch Radiergummi für den Kopf. Es muss ja nicht der Marathonlauf sein, das Sportabzeichen in Gold, die Alpenüberquerung mit dem Fahrrad. Aber Treppe statt Lift, bei öffentlichen Verkehrsmitteln eine Station früher aussteigen, Fahrrad statt Auto, das wäre doch schon mal ein Fortschritt.
Key Takeaway:
Sitzen bleiben erfordert nicht viel positive Energie, das ist das Gefährliche daran. Aus der Erstarrung in Bewegung kommen, fällt schwer. Schwingen Sie sich ein. Sie werden dafür belohnt werden. Wann kamen Sie zuletzt zu Fuß zu einem Gipfelkreuz? Wann waren Sie das letzte Mal beim Schwimmen? Wann haben Sie zuletzt getanzt? Wann haben Sie zuletzt ein Boot gerudert? Was hat Sie früher in Bewegung gehalten, was fehlt heute? Verzichten Sie auf faule Ausreden. Machen Sie den ersten Schritt!
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Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
