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Wussten Sie eigentlich …

… dass etwa 75 % der Menschen weltweit unter Redeangst (Glossophobie) leiden? Nur etwa 10 % haben keine Angst und genießen es, frei vor Gruppen zu sprechen. In Selbstsicherheitstrainings kann man lernen, dies Angst zu überwinden.

Können Sie sich der öffentlichen Beachtung und Bewertung aussetzen?

Wir bewerten gerne unsere Zeitgenossen, nehmen uns das Recht ein Urteil über sie zu fällen, sie in positive oder negative Kategorien einzuordnen. Social Media erleichtern unseren Bewertungsdrang, ein „Like“, ein Herz, ein gehobener oder gesenkter Daumen, das geht schnell und sehr oft ohne viel Reflexion. Evolutionsbiologisch macht das eine schnelle Kategorisierung Sinn, denn früher mussten wir unsere Umgebung wachsam scannen und sofort unterscheiden, ob uns ein Freund oder ein Feind begegnet. Potentielle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und ihnen handlungsbereit begegnen zu können, ist auch heute noch sehr wichtig. So selbstverständlich und eifrig wir auch andere beäugen, begutachten und einsortieren, so sehr haben die allermeisten von uns große Vorbehalte selbst taxiert zu werden. Ein von unserem Selbstbild abweichendes Fremdbild, wenn es negativ ausfällt, kann unserem Selbstwert böse schaden. Die Angst negativ beurteilt, abgelehnt, bloßgestellt oder blamiert zu werden, sitzt bei vielen tief. Vermeidung ist die engste Verwandte der Angst und somit legen uns unsere allzu oft irrationalen Befürchtungen nahe, den öffentlichen Raum, die Aufmerksamkeit anderer tunlichst zu vermeiden. Die Tendenz zum Gedankenlesen hilft hier sicher nicht weiter. Wer kann schon sicher sein, was andere wirklich denken? Bewusst durchgeführte soziale Blamierübungen sollen dazu beitragen, eigene unnötige Schamgrenzen zu erweitern, grundsätzlich peinliche oder Aufsehen erregende Situationen auch aushalten zu können und die Erfahrung zu machen, dass unsere Mitmenschen viel normaler reagieren, als wir das stets befürchten. Häufig bleibt eine sichtbare Reaktion ganz aus. Mal ganz konkret: Würden Sie als Mann in einem Trachtengeschäft ein Dirndl anprobieren und sich ausführlich beraten lassen? Oder würden Sie mit ihrem scheinbar sehschwachen Hund zum Optiker gehen und nach Brillen für Hunde fragen oder wenigstens um einen Sehtest beim Hund zu bitten? Das hört sich nicht nur lustig an, diese Übungen erfolgten in einer Selbsterfahrungseinheit unter Anleitung sehr erfolgreich.

Key Takeaway:

Schubladendenken wird der Komplexität von Sachverhalten oft nicht gerecht. Wer aber andere kräftig abwertet, wertet sich selbst damit unweigerlich auf. Grundsätzlich sind Negativbewerter, Miesepeter und Misanthropen sehr häufig auch zu sich selbst nicht gut. Wer aber tendenziell eher zu positiven Bewertungen neigt und diese auch äußert, tut neben der eigenen Seele vielen anderen Gutes. In jedem Fall hilfreich ist eine gute Kritikfähigkeit, angemessene Selbstsicherheit, ein stabiler Selbstwert, eine gute Selbstfürsorge, gelingendes Management des inneren Kritikers, ausgewogene Toleranz und Neugier auf Entwicklungspotentiale.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de).

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger