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Wussten Sie eigentlich …

… dass Schätzungen zufolge etwa 5% bis 10% der Menschen keine innere Stimme haben? Anendophasie bedeutet, Gedanken nicht in gesprochenen Worten oder Sätzen zu erleben, sondern in Form von abstrakten Konzepten, bloßen Gefühlen oder rein visuellen Eindrücken.

Im Gespräch mit sich selbst

Wir denken etwa 70000 Gedanken pro Tag, das ist im Schnitt pro Sekunde ein Gedanke. Zieht man die Schlafzeit ab, wird der Wert noch höher. Ob innerer Dialog oder auch Monolog, Selbstgespräch, innere Stimme oder intrapersonale Kommunikation, gemeint ist damit die Summe all unserer bewussten und unbewussten Gedanken, die in unserem Kopf ablaufen, ohne dass wir sie laut aussprechen. Diese – nach außen hin nicht bemerkbare – Unterhaltung mit sich selbst hat vielerlei Funktionen. Wir nutzen sie zur Selbstreflexion, um uns selbst zu motivieren, zur Steigerung der Konzentration und um zu fokussieren. Wir können uns damit ablenken, können Perspektivwechsel ermöglichen, wir regulieren damit unsere Emotionen. Mit sich selbst zu plaudern kann Langeweile vermeiden und auch dem Stressabbau dienen. Wir antizipieren und bereiten uns durch Selbstinstruktion auf zukünftige Handlungen vor, indem wir uns Ablaufpläne suggerieren. Die innere Stimme gilt als Kompass bei der Problemlösung. Etwas klar zu benennen heißt auch, sich in die Pflicht zu nehmen und eine Entscheidung zu treffen. Die innere Stimme mahnt uns auch an die Einhaltung sozialer Spielregeln, sagt uns Normen und Moralvorstellungen. Mit sich selbst muss man nicht ganz alleine bleiben. Eine sehr intensive Form der Selbstgespräche sind Tagträume und damit Alltagstrancen, die unserer Seele in der Regel sehr guttun. Der innere Ton kann freundlich, wohlwollend, unterstützend sein, aber auch kritisch bis bösartig. Unser innerer Kritiker hat sicher auch seine Berechtigung, darf aber nicht Amok laufen. Innere Antreiber sollten dosiert sein. Ein selbsternannter fürsorglicher innerer Begleiter kann mäßigend als Aufpasser dienen. Seien sie nett zu sich. Die gleichen guten Worte, die wir für andere haben, sollten auch für uns selbst gelten.

Key Takeaway:

Der Psychologe Meichenbaum beschrieb 1971 ein in der Psychotherapie einsetzbares Selbstinstruktionstraining, mit dem Ziel durch bessere Selbststrukturierung Anforderungen und Aufgaben besser bewältigen zu können.

Seien Sie Ihr eigener Mental-Coach und guter Ratgeber, geben Sie Ihrem Denken Ordnung und positive Zielgerichtetheit. Lassen Sie Ihre Gedankenwolken kondensieren, indem Sie ihnen Worte geben.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger