Wussten Sie eigentlich …
… dass unsere Aufmerksamkeit nach jeder Störung Anlaufzeit benötigt? Diese Task-Switching-Kosten liegen im Schnitt bei 23 Minuten. Erst dann haben wir wieder die volle Konzentration auf die ursprüngliche Aufgabe.
Bedenkliche Verhaltensmaßregeln für Besprechungen und Fortbildungen
Informelle Regeln haben eine große Wirkkraft. Wenn Sie sich von so vielen anderen Gruppenteilnehmern nicht unterscheiden wollen, sollten Sie unbedingt folgende Verhaltensmaßregeln beherzigen, wenn Sie demnächst an einem Meeting oder einer Fortbildung teilnehmen: Machen Sie laute Lippengeräusche. Hören sie nicht zu. Öffnen Sie zischend immer wieder Ihre Flasche. Essen Sie laut raschelnd. Trommeln Sie andauernd mit dem Stift auf den Tisch. Kauen Sie laut Kaugummi. Kontrollieren Sie alle 10 Sekunden Ihr Handy. Schieben Sie Ihren Stuhl laut immer wieder hin und her. Versuchen sie flüsternd, mit Ihren Sitznachbarn Kontakt zu halten. Seufzen Sie laut. Tippen Sie fortwährend mit Ihrem Fuß auf den Boden. Gönnen Sie sich ein Nickerchen. Holen Sie sich zwischendurch immer wieder mal Getränke. Halten Sie sich nicht an die vereinbarten Pausenzeiten. Bleiben Sie albern. Stellen Sie ohne nachzudenken jede Frage, die Ihnen in den Sinn kommt. Verdrehen Sie immer wieder die Augen, sobald ein neuer Aspekt auftaucht. Äußern Sie sich nicht, auch wenn Sie konkret gefragt werden. Machen Sie regelmäßig Dehnübungen. Gehen Sie so oft als möglich zur Toilette. Verzichten Sie nie auf schnippische Kommentare. Sichern Sie sich stets die volle Aufmerksamkeit. Zwischen persönlicher Freiheit und im öffentlichen Raum zu erwartenden Umgangsformen gibt es fließende Übergänge. Moderatoren von Meetings und Fortbildungen sehen sich zu oft mit Störungen aller Art konfrontiert. Selbstdarsteller, Dauerredner, Unterbrecher, Nebelwerfer, Bedenkenträger, Nörgler können zu Nervensägen werden. Die normalisierte Unhöflichkeit ist nicht einfach nur bedauerlich, sie stört nicht nur Moderatoren, sondern den Gesamtprozess und beeinträchtigt damit alle weiteren Teilnehmer. Als Dompteur im Sozialraum zu agieren, erfordert viel Knowhow, Selbstbehauptung und Fingerspitzengefühl.
Key Takeaway:
Wer Besprechungen egal welchen Formats leitet, ist gut beraten, die eigene Rolle sehr klar zu halten. Das bedeutet auch, die Regeln des Miteinanders zu definieren und auf deren Einhaltung zu achten. Auf Kurs bleiben geht nur, wenn Störungen nicht nur bearbeitet, sondern behoben werden. Vereinbaren Sie zum Beispiel die Regel, dass jede Kritik zwingend mit einem konstruktiven Verbesserungsvorschlag verknüpft werden muss.
Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de), insbesondere den Workshop „Souverän moderieren und präsentieren“ am 15.07.2026.
Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
