Wussten Sie eigentlich …
… dass eine soziale Rolle ein Bündel von Normen und Verhaltenserwartungen ist, das an eine soziale Position geknüpft ist? Dieses „soziale Skript“ strukturiert unser Verhalten in Kontexten wie Familie oder Beruf.
Welche Rolle spielen Sie?
Umgangssprachlich verstehen wir unter „eine Rolle spielen“ auch, dass jemand von Bedeutung ist. Jeder Mensch spielt in seinem Leben verschiedene Rollen. Das können klar definierbare Rollen sein wie Vater, Tochter, Abteilungsleiter oder auch Charakterrollen, wie etwa Kümmerer, Sorgfältiger, Lustiger. An jede Rolle gibt es aus unterschiedlichen Richtungen Erwartungen, die sich nicht decken müssen. Es kann zu Rollenkonflikten führen, wenn verschiedene Interessen kollidieren. Wenngleich unser Verhalten je nach Rolle unterschiedlich ausgeprägt sein kann, bleibt die Person hinter den jeweiligen Rollen die gleiche. Identität wird beschrieben als das, was über das Spielen verschiedener Rollen hinweg unverändert stabil bleibt. Identität macht uns zu einer Type, gibt uns einen Wiedererkennungswert. Teams gibt es nicht nur im Arbeitsleben. Jede Familie kann ein Team sein, jede Freundesgruppe, in Vereinen gibt es Teams, im Mannschaftssport sowieso. Belbin beschrieb in den 1970er Jahren neun Teamrollen, die er in drei Kategorien bündelte. Handlungsorientierte Rollen sind Macher, Umsetzer und Perfektionist. Kommunikationsorientierte Rollen sind Koordinator, Teamarbeiter, Wegbereiter. Wissensorientierte Rollen sind Erfinder/Neuerer, Beobachter, Spezialist. Rollen prägen die Gruppendynamik in jedem Team. In einer funktionierenden Gruppe sind die Rollen so ausdifferenziert, dass sie sich wechselseitig ergänzen. Wichtig ist aber auch, dass jedes Teammitglied die an ihn gerichteten Rollenerwartungen erfüllt und dafür Verantwortung übernimmt. Verlässlichkeit und Verbindlichkeit führen zu Effektivität und Effizienz in Gruppen. Schwierig wird es z.B., wenn der Fußball-Torwart plötzlich mit dem Ball am Fuß übers Feld nach vorne stürmt. Das sorgt für Verwunderung oder Verstörung. Mal ehrlich: Wie viel Rollenvariabilität erlauben Sie sich? Sind Sie, egal ob beruflich oder privat, eher in den Haupt- oder den Nebenrollen?
Key Takeaway:
Welche Rollen spielen Sie im Leben? Listen Sie alle Ihre aktuellen Rollen auf. Welche dieser Rollen sind Ihnen einfach zugewachsen, welche haben Sie selbst etabliert und kultiviert? Übernommene Rollen sind nicht leicht abzulegen. Wer im Film einmal den Bösewicht gut gespielt hat, bleibt schnell darauf festgelegt. Welche Rollen würden Sie gerne loswerden oder zumindest verändern? Welche Rollen würden Sie gerne annehmen oder intensiver spielen?
Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de), insbesondere den Workshop „Teamentwicklung“ am 10.06.2026.
Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
