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Wussten Sie eigentlich …

… dass die psychische Altersmorbidität mit bis zu 40 Prozent angegeben wird? Psychotherapie ist bei älteren Menschen genauso erfolgreich, wie bei jüngeren.

Psychotherapie bei älteren Menschen?

Das höhere Lebensalter ist eine Entwicklungsaufgabe. Ausscheiden aus dem Berufsleben, nachlassende Kräfte, zunehmende Erkrankungen, soziale Isolation und der Verlust nahestehender Menschen, insbesondere von Lebenspartnern, sind objektive Belastungen. Zu den häufigsten psychischen Störungen im Alter zählen Depressionen (20 %) und Schlafstörungen (20 %). Häufig sind auch Somatoforme Störungen, also körperliche Leiden mit psychischer Ursache, Angststörungen und Suchterkrankungen. Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Insbesondere alleinstehende ältere Männer sind eine Suizid-Hochrisikogruppe. Trotz des hohen Bedarfs werden nur 1,5 % der über 60-jährigen psychotherapeutisch behandelt. Zu Vieles wird fälschlich als Normalität des Älterwerdens abgetan. „Den alten Menschen kann man nicht mehr ändern“, diese Sichtweise kann in ein Vorenthalten notweniger Hilfen münden. Psychotherapie hat nicht den Auftrag, Menschen zu verändern, sondern ihnen zu einer psychisch gesunden Lebensbewältigung zu verhelfen. Auch wenn sich im Alter Perspektiven einschränken, Ressourcen weniger und Ziele bescheidener werden, ist das Alter nicht zwangsläufig nur der absteigende Ast. Studien zeigen, dass das Wohlbefinden im Alter oft zunimmt. Es gibt jetzt wertvolle Zeit für Hobbys, Familie und persönliche Leidenschaften. Ältere Menschen blicken gelassener auf Dinge und wollen ihren Lebensabend nicht mit unnötigen Sorgen und Problemen beeinträchtigen. Ältere Menschen können oft ihre Emotionen gut regulieren. Dies führt zu einer positiveren Lebenseinstellung und mehr Zufriedenheit. Der Rückblick auf ein erfülltes Leben und die gesammelten Erfahrungen ermöglicht es, schwierige Situationen besser einzuschätzen und weise Entscheidungen zu treffen. Ältere Menschen erinnern sich oft eher an positive Ereignisse, was zu einer optimistischeren Grundhaltung beiträgt. Dankbarkeit und soziale Zuwendung fördern die soziale Einbindung und führen zu einem Gefühl der Verbundenheit. Ältere sind oft weniger darauf bedacht, anderen zu gefallen, und leben authentischer, was das Selbstbewusstsein stärkt. Eine prinzipiell positive Einstellung zum eigenen Altern hilft der Psyche sehr. 

Key Takeaway:

Fatalismus und Nihilismus bei psychischen Problemen im Alter ist definitiv falsch, ein gewisser Pragmatismus ist aber sicher hilfreich. Psychotherapie orientiert sich an ihrer Klientel. Stärkung von Resilienz und Selbstwert, Bearbeitung von Lebensthemen, Begleitung bei Verlusten und euthyme Verfahren zur Steigerung des Wohlbefindens können Schwerpunkte der Psychotherapie im höheren Lebensalter sein.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger