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Wussten Sie eigentlich …

… dass es den meisten Menschen vor allem Probleme bereitet, ein Nein gegenüber Freunden, Kindern und Eltern auszusprechen? Gerade im vertrauten Kreis fällt das ehrliche und oft notwendige Nein ungemein schwer.

Das große und das kleine NEIN

… heißt ein 1991 erstmals erschienenes Bilderbuch, das aus Sicht eines Kindes die Schwierigkeit notwendiger Grenzsetzungen beim Spielen, in der Familie und gegenüber Fremden thematisiert. Es stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern, vermittelt den Mut, eigene Gefühle ernst zu nehmen, und hilft dabei, Nein sagen zu lernen. Ob „Kannst du mal kurz?“, „Machst du noch schnell?“, „Du bist meine letzte Rettung“- wir alle kennen diese Fragen oder Aufforderungen. Warum fällt uns das Nein-Sagen schwer? Oft stehen Ängste vor Ablehnung, der Wunsch zu gefallen oder das Gefühl, nicht hilfsbereit zu sein, im Weg. Wir wollen andere nicht enttäuschen und neigen zum Gedankenlesen. Die Angst bei „Ungehorsam“ nicht mehr geliebt zu werden hat ihre Wurzeln in Kindheitserfahrungen. Habituelle Ja-Sager haben den Vorteil, erst einmal Energie zu sparen. Eine kritiklose Freigabe erfordert weder Nachdenken, noch konsequentes Handeln. Viele Menschen sagen zumindest im Kopf schon Ja, ehe sie eine Anfrage erreicht hat und handeln im vorauseilenden Gehorsam. Dabei schützt ein „Nein“ vor Erschöpfung und Unzufriedenheit. Wir sind nicht auf der Welt, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Nein ist kein Kapitalverbrechen. Angemessenes Nein-Sagen ist kein Zeichen von Egoismus. Wer sich seiner eigenen Bedürfnisse und Werte bewusst ist, wer eine klare Identität hat, wird diese eher ernst nehmen. Achtsamkeit ist der Beginn der Selbstfürsorge. Nein zu anderen ist ein Ja zu sich selbst. Nein gibt Konturen, verschafft Freiräume, ermöglicht Me-Time. Wenn andere unsere Grenzen allzu leicht übertreten, das leise und rücksichtsvolle Nein geflissentlich überhören, dann braucht es eben das große Nein. Im Land der Gartenzäune, die Anwesen wie Hochsicherheitstrakte schützen, sollte auch Selbstbehauptung im sozialen Umfeld normal sein. Ein Nein reicht, es sollten keine unnötigen, oftmals fadenscheinigen Begründungen folgen. Wer beim Neinsagen herumeiert, Ausreden benutzt, signalisiert, sich seiner Sache nicht sicher zu sein. Dann sind wir leichte Beute. Mal ehrlich, welche Neins müssten Sie schon längst ausgesprochen haben? „Wäre das Nein nicht, so wäre das Ja ohne Kraft.“ (Schelling)

Key Takeaway:

Tipps für ein souveränes Nein: Sie müssen nicht sofort reagieren, erlauben Sie sich Bedenkzeit. Respektieren Sie sich selbst. Verbinden Sie Klarheit mit Wertschätzung, seien Sie direkt, aber freundlich und respektvoll. Fassen Sie sich kurz, ein „Ich will nicht“ reicht ganz oft. Bleiben Sie konsequent, ein „Vielleicht“ wird oft als Zugeständnis gewertet. Kopf hoch und aufrechte Haltung signalisieren Entschlossenheit. Wenn Sie Kooperationsbereitschaft zeigen wollen, bieten Sie Alternativen an.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger