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Wussten Sie eigentlich …

… dass der Ringelmann-Effekt das Verringern der Leistung von Personen beschreibt, sobald sie in einer Gruppe mit anderen an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten?

Soziale Faulenzer und soziale Trittbrettfahrer

Eine Einzelperson zog bei Ringelmanns Versuch an einem Seil im Schnitt 68kg, drei Personen im Schnitt 160kg, acht Personen 248kg (anstelle der möglichen 544kg). Gründe für die deutliche Abnahme der individuellen Leistung in der Gruppe sind fatale Berechnungen wie „Bei so vielen Leuten fällt mein Beitrag nicht auf bzw. nicht ins Gewicht“ oder eine Gerechtigkeitsabwägung „Warum soll ich mich mehr anstrengen, als die anderen?“ und Erwartungsverzerrungen „Die Gruppe wird es schon schaffen“. Tatsächlich sind nur 5 % der Menschen aktive Vormacher, 95 % sind Nachmacher, die damit bequem in ihrer Komfortzone verbleiben können. Der Begriff Trittbrettfahrer entstand durch Schwarzfahrer auf den Trittbrettern von Straßenbahnen. Das Free-Rider-Problem beschreibt, dass Menschen in Gruppen bewusst wenig Leistung erbringen, aber dennoch vom Gesamterfolg profitieren. Sie nutzen die Arbeit anderer aus, was zu ineffizienten Gruppenleistungen führt. Mit minimalem Aufwand größtmöglichen Ertrag erzielen, diese Manöver geschickt tarnen und dann das Gesamtergebnis als eigene Leistung deklarieren, sind immerhin äußerst geschickte Strategien. Auch frei von Kalkül gibt es in Gruppen das Phänomen der Verantwortungsdiffusion. Social Loafing ist dadurch gekennzeichnet, dass wir umso weniger Verantwortung fühlen, je mehr Menschen um uns sind. Aufgaben werden still und heimlich wegdelegiert und mitunter werden aus der Aufgabenfülle die persönlich bekömmlichen und einfach verfügbaren Rosinen herausgepickt. Bei sozialen Faulenzern ist bei drohender Verantwortung die angezogene Handbremse dauerhaft aktiviert. Die Grenzen zwischen bewusst eigene Vorteile anstrebende soziale Trittbrettfahrer und vornehmlich unbewusst agierende habituelle soziale Faulenzer sind fließend. Die Schäden durch Parasiten oder Sozialschmarotzer sind deutlich spürbar. Soziales Faulenzen und auch soziales Trittbrettfahren haben Ansteckungseffekte. Laut Gimpel-Effekt reagieren die vormals Leistungsstarken auf die noble Zurückhaltung anderer, indem sie demotiviert ihr Engagement allmählich einstellen. Dies auch deshalb, um nicht Depp vom Dienst zu sein und als Trottel dazustehen.

Key Takeaway:

Allheilmittel gegen soziale Faulenzer und Trittbrettfahrer gibt es nicht. Es ist jedoch unbedingt ratsam, Gruppengrößen klein zu halten, Beiträge zur Leistung transparent zu machen, Verantwortung zu individualisieren, eine hohe Gruppenkohäsion zu fördern, klare Regeln, Zuständigkeiten und Rollenverteilungen zu etablieren, Leistungsanreize und Zieldefinitionen zu schaffen und eine gute Feedbackkultur zu pflegen.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger