Minutenpsychologie

Wussten Sie eigentlich …

… dass in der griechischen Mythologie die Musen die Schutzgöttinnen der Künste sind? Hesiod überlieferte uns neun Musen. Die Heiligtümer der Musen heißen Museion.

Muse komm du und küss mich, ich trau mich nicht

Selbstmitgefühl als Grundlage der Selbstfürsorge bedeutet, sich selbst die Freundlichkeit und Fürsorge entgegenzubringen, die wir unseren besten Freunden schenken. Die grassierende Tyrannei der Effizienz und ein andauernder Pflichterfüllungsmodus verstellen uns beharrlich den Blick auf die Türen, hinter denen Muse zu finden ist. Muse ist laut aktueller Psychologie Heute Compact eng verwandt mit Qualitäten wie Achtsamkeit, Gegenwärtigkeit, Akzeptanz, Kontemplation, Genuss und Flowerleben. Muse ist eine wichtige Grundbedingung für Gesundheit und Glück, zumal in Zeiten der Muse die allmächtige Zeitherrschaft keinen Zugriff auf uns hat. Sich Muse zu gönnen, wird – wenn Übermaß vermutet oder unterstellt wird – schnell als Müßiggang abgewertet. Dabei ist Muse keine Zeitvergeudung, sie ist die bedürfnisorientierte Erlaubnis, dem Produktivitätsdiktat eine bewusste Absage zu erteilen. Als Ausdruck von Gelassenheit ist Muse nicht einfach das Gegenteil von Arbeit, Muse ist nicht nur die Freiheit von der Belastung, sie ist vielmehr der Ort, an dem laut Philosophin Natalie Knapp unser Dasein spürbar wird. Sokrates nannte Muse die Schwester der Freiheit, Epikur sprach von Windstille der Seele. Muse war und ist ein philosophisches Thema, eine Frage der Lebensweisheit, der Lebenskunst und damit letztendlich des Lebensglücks. Ein Sabbatical, wenigstens in den Alltag eingestreute Sabbattage oder zumindest regelmäßige Sabbatstunden sind für viele Menschen heimliche Bedürfnisse, die aber von einer praktischen Umsetzung meilenweit entfernt sind. Wo kämen wir da hin, sich einfach eine Auszeit zu nehmen, ohne ersichtlichen Grund, ohne zwingende Notwendigkeit. Und dennoch: Früher hieß es Muse, heute eher Chillen, Quality-Time, Me-Time oder auch Wellness. Mal ehrlich: Konsumieren Sie mit Kalkül Gelegenheiten der Muse oder können Sie darin ganz selbst- und weltvergessen eintauchen? Ein Buch zu lesen, nur um den Inhalt zu kennen, ein Landschaftsspaziergang mit Schrittzähler und eine zur Entspannung gedachte Phantasiereise unter Zeitdruck sind eher Pseudomusen.

Key Takeaway: Vom antiken Museion leiten sich unsere heutigen Begriffe Museum oder auch Musik ab. Viele Museen sind nicht mehr nur vollgestopfte Bildungstempel, sondern laden zum Verweilen ein, zum Verkosten der Kunst, zum Genießen und Verdauen. Ein Blick in die Psychologie Heute Compact zum Thema Selbstfürsorge kann auch eine Time-Out-Muse sein.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger