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Wussten Sie eigentlich …

… dass laut psychologischen und arbeitsweltbezogenen Studien etwa 70 % bis über 80 % aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben am Imposter-Syndrom leiden? Imposter ist keine offizielle klinische Diagnose.

Richtig gut oder grobe Selbstüberschätzung? Moxie statt Imposter?

Das Imposter-Syndrom wurde erstmals 1978 von den Psychologinnen Clance und Imes beschrieben. Von Hochstapler- oder Scharlatan-Syndrom Betroffene haben massive Selbstzweifel in Bezug auf ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungen, obwohl sie tatsächlich sehr kompetent sind. Als Folge ihrer Selbstzweifel bewerten Betroffene (berufliche) Erfolge als zufällig. Sie halten sich für Lügner oder eben Hochstapler, weil ihre positiven Ergebnisse unverdient sind und sie sich ihre Kompetenzen nur erschlichen oder mit viel Glück bewirkt haben. Statt auf Erreichtes stolz zu sein, leiden Betroffene im Extremfall unter der ständigen Angst, früher oder später ganz sicher als Hochstapler entlarvt zu werden. Frauen und Männer sind gleich hoch betroffen. Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt die genau gegenläufige Tendenz von Menschen mit eher geringen Kompetenzen mit unerschütterlichem Selbstvertrauen ihre eigenen Fähigkeiten maßlos zu überschätzen und in dieser irrigen Annahme auch unkorrigiert zu bleiben. Das Imposter-Syndrom ist nicht nur eine große psychische Belastung für die Betroffenen, es hat auch negative Auswirkungen am Arbeitsplatz. Wer ein negatives Selbstkonzept hat, bleibt eher im Hintergrund, hält Distanz zu Kollegen, äußert in Meetings seltener eine eigene Meinung, trifft weniger und oft auch schlechte Entscheidungen, lässt vielerlei Potentiale ungenutzt. Wer sich selbst als Etikettenschwindler sieht, neigt dazu, alles tunlichst noch besser oder gar perfekt zu machen. Die dadurch überhöhten eigenen Ansprüche können zu chronischer Überlastung führen. Vom Imposter-Syndrom zu mehr Moxie? Moxie wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts durch eine Soft-Drink-Werbung populär und steht seitdem für Kraft, Mumm, Nervenstärke und Elan. Ein gesunder Ehrgeiz, ein wachstumsorientiertes Mindset, wie auch die klassischen Säulen der Resilienz entziehen der Angst vor bloßer Hochstapelei ganz viel Nahrung.

Key Takeaway: Wer sich selbst unterschätzt und sich zu wenig vertraut, wird eher Fehler machen. Dadurch wird das ohnehin negative Selbstkonzept nur noch weiter befeuert. Was Sie tun können: Reden Sie über Ihre Selbstzweifel. Holen Sie sich Feedback. Lernen Sie, Komplimente anzunehmen und nicht vorschnell in Abrede zu stellen. Halten Sie Ihre Erfolge und Stärken in einem persönlichem Log-Buch fest. Prüfen Sie Ihr inneres Programm auf Realitätsangemessenheit. Sehen Sie Fehler als normal und als wichtige Information für weitere Entwicklung an. Nutzen Sie Coaching-Angebote. Bleiben Sie fair mit sich!

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote, wie Emotionsregulation am 25.11. und Selbstmanagement am 03.12.

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger