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Wussten Sie eigentlich …

… dass sich achtsamkeitsbasierte Verfahren empirisch gesichert positiv auf die psychische Gesundheit auswirken? Selbstwahrnehmung, Selbstmanagement, Emotionsregulation, Konzentration und Aufmerksamkeit verbessern sich. Auch Schmerzregulation und Blutdrucksenkung sind gut möglich.

Allheilmittel Achtsamkeit!?

Der Molekularbiologe und Schüler des Zen-Buddhismus Jon Kabat-Zinn gilt in der westlichen Welt als Pionier der Achtsamkeit. Er entwickelte Ende der 1970er-Jahre das Training Mindfulness-Based Stress Reduction. Das achtwöchige Programm beinhaltet Yogaübungen, Meditation, Atemübungen und die Durchführung von Body Scans. Achtsamkeit bedeutet körperlich und mental offen und akzeptierend im Hier und Jetzt zu sein. Wir gewähren uns dadurch eine Weitwinkelperspektive und eine Art neugieriger Panorama-Bewusstheit, anstelle unseres Auto-Piloten-Modus. Aber Achtsamkeit ist nicht unser Normalzustand. Der Mensch bewegt sich viel in der Vergangenheit, beschäftigt sich mehr oder weniger genussvoll, mit dem was war und denkt hoffnungsfroh oder doch auch sorgenvoll an die Zukunft. Das Gestern ist vorbei, das Morgen noch nicht da, somit lassen sich diese beiden Zeiträume von uns nicht direkt beeinflussen. Im aktuellen Moment zu verweilen, ohne diesen zu bewerten, ist der Kern der Achtsamkeit. Dies ermöglicht, Distanz zu Gedanken und Gefühlen zu bekommen, eine Vogelperspektive einzunehmen. Mit etwas Abstand wirken die meisten Dinge sehr viel kleiner. Fokussiert den Augenblick erleben erweist sich als sehr viel gesünder, als hilfloses Grübeln, Sorgenbingo oder energieverzehrendes Multitasking. Achtsamkeit ist mehr als die bloße Regulation oder Neubewertung negativer Gefühle. Savouring beschreibt das besonders intensive Genießen angenehmer Erfahrungen und Emotionen. Mal ehrlich: Können Sie unter der Dusche stehen und nur duschen, statt to-do-Listen zu erstellen? Können Sie frühstücken, sich Kaffee und Brötchen schmecken lassen, ohne digitale Medien zu nutzen? Können Sie auf dem Weg von A nach B auf die unmittelbare Umgebung achten, statt wegen knapper werdender Zeit das Tempo zu erhöhen? Wenn das nicht mehr gut gelingt, sollten Sie bewusster achtsame Momente in den Tagesablauf einstreuen.

Key Takeaway: Die 5-4-3-2-1 Methode leitet dazu an, nacheinander zunächst auf je fünf Dinge zu achten, die Sie sehen, hören, spüren, riechen, schmecken. Dann können Sie sukzessive auf 4-3-2-1 Dinge reduzieren. Achtsames Zuhören, achtsames Gehen und Hineinspüren in alle an diesem Vorgang beteiligten Körperpartien, achtsames Beobachten einer brennenden Kerze und achtsames Genießen eines Stücks Schokolade können weitere erste Trainingseinheiten sein. Alleine das Durchbrechen vertrauter Routinen führt zu mehr Achtsamkeit. Nutzen Sie als Rechtshänder einen Tag lang nur Ihre linke Hand und Sie werden sehr konzentrierte Phasen erleben.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote, wie Stressmanagement am 11.11., Emotionsregulation am 25.11. und Selbstmanagement am 03.12.

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger