Minutenpsychologie

Wussten Sie eigentlich …

… dass die blaue Blume ein Symbol der romantischen Literatur ist? Sie steht für Sehnsucht, Liebe, eine heile Natur und das metaphysische Streben nach dem Unendlichen.

 

Sehnsucht

Die Psychologie definiert das Konzept der Sehnsucht als Gedanken und Gefühle über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Aspekte des Lebens, die unvollständig oder unvollkommen sind, gepaart mit dem Wunsch nach einem alternativen Idealzustand. Sehnsucht hat zwei Funktionen, einerseits sich selbst zu reflektieren und andererseits Richtungen zu weisen. Die Diskrepanz zwischen Soll und Ist beschreibt oft auch die Entfernung von Ideal- oder Wunsch-Ich und Real-Ich. Sehnsüchte können auf bisher im Leben verpasste Gelegenheiten, nicht genutzte Chancen hinweisen. Sehnsüchte können in einem Heimweh oder einem Fernweh bestehen, Verliebtheit ist eine Sehnsucht, wir können uns nach Erfolg, nach materiellen Gütern, nach Gesundheit oder einfach nach Ruhe und Ausgeglichenheit sehnen. Sehnsüchte sind sehr individuell. Wie viele Menschen wissen von Ihren Sehnsüchten? Wonach sehnen Sie sich? Haben Sie klare Vorstellungen davon? Wie gut passen Ihre Wünsche zu Ihnen? Welche Botschaft liegt in Ihrem Verlangen? Was wäre anders, in und mit Ihnen, wenn Sie mit Ihren Sehnsüchten ans Ziel kämen? Welche Botschaft liegt in Ihrem Verlangen?

 

Was haben Sie zu verlieren, was haben Sie zu gewinnen? Warum tun Sie nicht, wonach Ihnen der Sinn steht? Wer hätte etwas dagegen, wenn Sie Ihren Sehnsüchten nachgeben würden? Sehnsüchte haben einen Blick zurück, bedauern das nicht Stattgefundene. Sehnsüchte schauen ganz oft nach vorne, wünschen und hoffen auf das noch nicht Dagewesene. Wenn das Sehnen nicht süchtigen Charakter hat, bleibt es unschädlich, führt uns mitunter in psychisch sehr wohltuende und stabilisierende Tagtraumwelten. Bei allem Streben nach Verwirklichung unserer oft auch klammheimlichen Wünsche: Die Realität kann niemals so vollkommen und gut sein, wie unsere Vorstellung davon. Auch sollten wir bei allem Suchen und Wünschen das Hier und Jetzt keinesfalls ungenutzt lassen. Und dennoch: „Folge deiner Sehnsucht, sonst verfolgt deine Sehnsucht dich.“ (Georg-Wilhelm Exler)

 

Key Takeaway

Machen Sie eine Liste Ihrer Sehnsüchte, Ihrer ungestillten, nagenden Bedürfnisse, Ihrer immer wieder auftauchenden Lebensträume. Priorisieren Sie die einzelnen Aspekte, ggf. ergeben sich Kategorien. Bewerten Sie jede einzelne Sehnsucht nach Bedeutung und Machbarkeit, Aufwand und Ertrag. Es werden sich Sehnsüchte finden, die innerhalb Ihrer Zugriffsmöglichkeiten liegen und somit bespielbar und realisierbar sind. Good Luck!

 

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de), insbesondere die Workshops „Konfliktmanagement“ (am 09.04.),  „Teamentwicklung“ (neu am 30.04.), und „Gesprächsführung“ (am 16.06.).

 

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger