Minutenpsychologie

Wussten Sie eigentlich …

… dass Psychologen keine Psychiater sind? Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie haben Medizin studiert, Psychologen studieren Psychologie.  Psychologen sind nicht immer Psychotherapeuten, denn diese müssen eine fundierte Zusatzausbildung vorweisen können.

Seelenheiler-Klischees

Psychologie als etablierte Wissenschaft kommt durch praktisch tätige Psychologen unters Volk. Der allgemeine Sprachgebrauch verwendet oft die Bezeichnung Seelenklempner. Bewusst provokativ formuliert seien ein paar Vorstellungsbilder genannt. Den typischen Seelenbearbeiter stellt sich der Durchschnittsbürger häufig sigmundfreudartig vor, als Mann gesetzten Alters, mit graumeliertem Haar, in Cordsakko mit Ellenbogenschützern aus Wildleder gekleidet und sanfter Stimme. Als weibliches Klischee-Pendant fungiert die stets verständnisvoll auftretende und eher pragmatisch-langweilig-unerotisch gekleidete, gerne auch leicht übergewichtige und ungemein sympathische Therapeutin. Unausrottbar ist das Klischee der Therapeutenvariable mit wallendem Haar, bei Männern mit Bartgestrüpp, stets Sandalen tragend und durch leger-joviales Verhalten auffallend. Bei derlei Typen vermuten wir, dass sie schon immer ihren Namen tanzen, ein ideologisch stark eingefärbtes Sendungsbewusstsein haben und ansonsten die Therapie anbieten, die sie selber dringend bräuchten. Ein weiteres gängiges Klischee ist die Edelvariante. Wenn schon zur Seelenbehandlung, dann zur in allen Belangen hochattraktiven Therapeutin, die intellektuell-souverän, extravagant und dynamisch, aber irgendwie unnahbar jede Therapiesitzung zum unvergesslichen Event macht. Für weibliches Klientel erscheint der charismatische, edel und doch verwegen wirkende echte Mann erstrebenswert, der all die Qualitäten aufweist, die der eigene Partner immer schon vermissen lässt. Psychotherapeuten können eher abenteuerlich, weise, sorgfältig, esoterisch, sportlich, wissenschaftlich, kumpelhaft, geheimnisvoll, unterhaltsam, unkonventionell, distinguiert, hemdsärmlig, dominant, neugierig, pädagogisch, künstlerisch oder moralisierend auftreten. Der Vielfalt sind prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Klischees leben weiter, weil ein gewisser Teil davon in der Realität bestätigt wird. Mal ehrlich: Welches Bild haben Sie schnell im Kopf, wenn Sie an psychologische Helfer denken?

Key Takeaway: Wenn Seelenheil professionell bearbeitet wird, muss man sich nicht unbedingt auf eine Couch legen, von der Kindheit erzählen oder sein Sexualleben offenbaren. Studien belegen, dass die eigene Wahrnehmung und Beurteilung von Psychologen und Psychotherapeuten deutlich besser und insgesamt realistischer wird, wenn man diese wundersame Spezies erst einmal ganz persönlich erlebt hat.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger