Minutenpsychologie

Wussten Sie eigentlich …

… dass Egomanen als krankhafte Egoisten gelten? Egozentriker sehen sich selbst als Mittelpunkt der Welt. Ihre Selbstbezogenheit lässt wenig Raum für die Bedürfnisse, Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen.

Gutmensch aber stets bestenfalls nur Zweiter?

Altruismus wird definiert als die gelebte Uneigennützigkeit, als Selbstlosigkeit und eine durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Dieses im Tierreich als Brutpflegeverhalten bekannte Muster ist somit das genaue Gegenteil von Egoismus oder Egomanie. Wie so häufig sind extreme Ausprägungen bestimmter Charaktermerkmale und daraus resultierende Verhaltensweisen nahe an der Pathologie. Sollten Sie in Ihrem Leben, in Ihren zwischenmenschlichen Begegnungen, bei bestimmten Aufgaben immer wieder ähnlichen oder gleichen Schwierigkeiten begegnen, dürfte das ein Hinweis auf maladaptive Muster und Strategien sein. Kommen Sie oft zu kurz? Sind Sie eher Statist als Akteur? Besetzen Sie automatisch die zweite Reihe, auch wenn in der ersten genug Platz wäre? Wir lernen früh im Leben sehr Vieles und beileibe nicht alles davon ist für uns hilfreich und gut. Verinnerlichte Selbstbotschaften wie „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, „Eigenlob stinkt“, „Man soll sich nicht so wichtig nehmen“ oder „Der Klügere gibt nach“ sind nicht gänzlich falsch, lassen uns aber oft hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleiben. Das Thema „Ich bin nicht gut genug“ treibt viele Menschen um und damit an. Burnout hat viele Gründe, ein Missverhältnis von Geben und Nehmen ist aber oft zentral. Wer sich im Geben entleert, verliert an Substanz und damit innerer Widerstandskraft. Altruismus oder Egoismus in Reinform schadet, uns oder anderen, je nachdem. Abhängig von Situation und Anforderung frei und flexibel entscheiden zu können, ob Sie mehr die eigenen Bedürfnisse oder die Bedürfnisse anderer berücksichtigen, ist ein Kennzeichen einer selbstsicheren und reifen Persönlichkeit.

Key Takeaway: Suchen Sie für Ihre innere Prägung nicht nach Schuldigen, denn damit lassen sich keine besseren Strategien etablieren. Übernehmen Sie Verantwortung. Seien Sie bereit, Neues zu lernen. Erlauben Sie sich Ihre eigenen Bedürfnisse. Setzen Sie Ihre Grenzen, andere tun das ja auch.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de), aktuell insbesondere den Workshop Selbstsicherheit und Selbstbehauptung am 26.09.

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger