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Wussten Sie eigentlich …

… dass 1% der Bevölkerung an einer dependenten Persönlichkeitsstörung leidet? Betroffene klammern sich unterwürfig an, bleiben passiv, überlassen anderen wichtige Entscheidungen, ordnen eigene Bedürfnisse unter, meiden Verantwortung

Selbstbestimmt leben

Gemäß der Kollektivismus-Individualismus-Skala erreichte die USA 91 Punkte (von 100 möglichen). Deutschland landete bei 67, Gemeinwohl und Gruppen spielen im öffentlichen Leben hier offenbar eine größere Rolle. (Psychologie Heute compact, Nr. 83). Ein sozial verträglicher Mensch zu sein ist in heutigen Zeiten ein immer wichtigeres Gut für das Gesamtsystem. Es gibt aber auch chronisch zu nette und im vorauseilendem Gehorsam zu brave Menschen. Pleasing People hilft dem eigenen Ich wenig. Wer zu selbstlos ist, ist bald sein Selbst los. In Artikel 2 unseres Grundgesetzes steht: “Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit (…).“ Dieses Recht gilt, solange die Freiheit und die Unversehrtheit anderer nicht beeinträchtigt werden. Selbstbestimmung wird also immer auf einem Kontinuum zu verwirklichen sein. Wir sind immer abhängig, als kleine Kinder von unseren Eltern, als alter Mensch von einer Pflegekraft, dazwischen von unserem Arbeitgeber, unseren Partnern. Wir leben auch stets in einem Spannungsverhältnis zwischen zwei Grundbedürfnissen: Zugehörigkeit und Autonomie. Abhängigkeit resultiert aber nicht nur aus äußeren Bedingungen, sondern inneren Programmen, Lebensweisheiten oder gar Dogmen und die sind prinzipiell veränderbar. Die Freiheit der Lebensgestaltung, Souveränität, Autonomie, Individualität statt ein ewig Getriebener zu sein, wer will das nicht? Die tatsächliche Umsetzung ist da schon schwerer. Freiheit bedeutet viel Verantwortung. Selbst das Ruder in die Hand nehmen, selbst gestalten, das scheuen viele Menschen, trauen es sich nicht zu. Mit- oder hinterherzulaufen, sich führen zu lassen kann verlockend bequem sein. Selbstbestimmung bedeutet, Handlungen autonom, freiwillig und in Einklang mit den eigenen Werten zu gestalten, es ist ein aktives Streben nach Wachstum. Selbstbestimmte Menschen sind Urheber der eigenen Handlungen und keinesfalls nur Marionetten der Umstände. Sich selbst als wirksam erleben, erhöht den Selbstwert. Das wiederum tut der Seele sehr gut.

Key Takeaway:

Skizzieren Sie doch mal Ihr Bin-Ich, Ihr Soll-Ich und Ihr Wunsch-Ich. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis, welche Diskrepanzen wollen Sie verringern? Setzen Sie sich Annäherungsziele, anstelle von Vermeidungszielen. Im Grunde geht es darum, selber zu leben und nicht nur gelebt zu werden. Dafür braucht es ein Bekenntnis zur Selbstfürsorge, gute Selbstbehauptung und klare eigene Werte.

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger