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Wussten Sie eigentlich …

… dass laut des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest 2025 12- bis 19-jährige knapp vier Stunden täglich ihr Smartphone nutzten? Hinzu kommt der Konsum weiterer digitaler Medien. Es verbleibt wenig tägliche Lebensechtzeit.

Digital statt sozial: Verarmt das Menschliche?

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Was sich liest wie ein Klagelied auf die heutige Jugend, stammt von Sokrates und der lebte im 5. Jahrhundert vor Christus. Wenn man zu menschlichen Wesensmerkmalen recherchiert, findet man diese in drei Kategorien eingeteilt. Ein biologisches Wesensmerkmal ist unser aufrechter Gang. Heranwachsende Heavy-Handy-User werden als Head Down Generation beschrieben. Der aufrechte Gang ist also nicht mehr automatisch ein menschliches Wesensmerkmal, der Rundum- und Weitblick geht verloren. Kognitive menschliche Wesensmerkmale sind Bewusstsein, Sprache, Denken, Gedächtnis, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Die Sprache aber verkümmert, wenn sie auf kryptische Symbole und Emojis reduziert bleibt. Wo Dauerbeschuss durch ständig neue Reize erfolgt, wird fokussierte Aufmerksamkeit weder benötigt noch trainiert. Soziale Wesensmerkmale bedeuten Kultur zu schaffen und moralisches Verhalten zu zeigen. Moral oder auch Charakter ist das, was wir tun, wenn niemand zusieht oder wir uns zumindest unbeobachtet glauben. Das Leben in einer digitalen Welt ist eine Art Subkultur. Moralische Qualitäten sind hier erst einmal nicht gefordert. Wenn eine Artikelüberschrift der Mittelbayerischen Zeitung fragt „Scrollen sich Kinder um den Verstand?“, dann ist das mehr als ein Kassandra-Ruf. Dem bayerischen Volksphilosophen Karl Valentin wird die Aussage zugeschrieben: „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“ Wir alle tragen dafür Verantwortung, eine Lebenswelt zu kultivieren, die digitale Möglichkeiten zur Verbesserung unseres menschlichen Daseins nutzt. Das Leben auf zu wenige Kanäle zu kaprizieren, wird unserem Bauplan nicht gerecht und führt sich verdichtenden Erkenntnissen zur Folge zum intellektuellen und sozialen Abbau.  

Key Takeaway:

Mal ehrlich: Wie lange halten Sie es ohne Kontakt zu Ihrem Smartphone aus? Nutzen Sie die Fastenzeit, üben Sie sich in digitaler Diät! Sie werden viel über Ihre Abhängigkeiten erfahren und sehr wahrscheinlich auch die Vielfalt des realen Lebens wieder neu in den Blick bekommen.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de). Die nächsten Workshops sind schon bald: „Konfliktmanagement“ am 11.03. und „Gesprächsführung“ am 25.03.! 

 

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger