Wussten Sie eigentlich …
… dass sich laut Gallup Engagement Index 2024 nur noch 9 % der Deutschen stark emotional an das Unternehmen gebunden fühlen. Nur 50 % möchten auch in einem Jahr auf jeden Fall noch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig sein.
Wertschätzung in Organisationen
Wer zufrieden ist, strebt nicht nach Veränderung. Gelebte Wertschätzung und respektvolle Führung sind eine harte Währung in der Mitarbeiterbindung. Auch wenn sich Verantwortliche gefühlt einen Wolf wertschätzen, beim anvisierten Empfänger kommt zu wenig, oft gar nichts an. Mangelnde Wertschätzung in der Arbeitswelt resultiert nicht einfach nur als Null, sie produziert nachweislich negative Effekte. Die Kernannahme der Stress-as-Offense-to-Self-Theorie besagt, dass Bedrohungen des Selbstwerts durch illegitime Aufgaben, abwertende Arbeitsbedingungen oder respektlose Kommunikation als starke Stressoren wirken. Das Erleben von Respekt bei der Arbeit geht hingegen mit kooperativerem Verhalten, mehr Arbeitszufriedenheit, deutlich weniger krankheitsbedingten Fehlzeiten und geringerer Fluktuationswahrscheinlichkeit einher. Zur Analyse und Stärkung der Wertschätzungskultur eignen sich Befragungen, aber auch Mitarbeitergespräche, die bilaterales Feedback enthalten sollten. Selbstwert ist zwar der Wert, den wir uns selbst geben, aber ohne Resonanzquelle fehlt dem die Nahrung. Workshops zur Teamentwicklung und insbesondere das CREW-Modell zur Verbesserung von Wertschätzung in Teams sind sicher aufwändige, aber sehr lohnende Maßnahmen. Eine respektvolle E-Mail-Kommunikation und eine gute Meetingkultur sind unerlässlich. Die Etablierung von Freundschafts- und Ratgebernetzwerken stärkt die Mitarbeiterzufriedenheit. Alleine, dass Arbeitgeber derlei Steigbügel ermöglichen, ist ein deutlicher Ausdruck der Mitarbeiterpflege und der Wertschätzung. Eine Einladung zu einem dienstlichen Blind-Date-Lunch ist eine ungewöhnliche, aber praktikable Methode, um wertvollen Umgang über die verschiedenen Organisationsebenen hinweg zu fördern. Wertschätzung ist keine einmal jährliche auszuschüttende Dividende, aber auch kein gieskannentaugliches Fluidum. Es bedarf einer Grundhaltung, die alltäglich erlebbar wird. Kants kategorischer Imperativ kann auch hier als Inspiration dienen, denn eine Kultur der Wertschätzung lebt von Transfers in alle Richtungen. „Der Preis ist, was wir bezahlen. Der Wert ist, was wir bekommen.“ (Warren Buffet)
Key Takeaway:
Das gute alte “Danke” ist noch immer Wertschätzungsgeber Nummer 1, vorausgesetzt es kommt von Herzen. Ihr „Danke“ sollte nicht gehetzt, schwammig, ironisch, genervt, beiläufig, sondern zielgenau, bewusst, emotional und vor allem aufrichtig sein! Achtsame Wertschätzung wird ihr Ziel erreichen.
Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
