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Wussten Sie eigentlich …

… dass Pontifex Maximus 154 v. Chr. beschloss, den Jahresbeginn vom ersten März auf den ersten Januar zu verschieben? Der Namengebende doppelköpfige Gott Janus steht für Anfang und Ende, für den Blick zurück und nach vorne.

Ein gutes Neues Jahr!

Die Römer scheinen somit verantwortlich zu sein für die Geburtsstunde der Neujahrswünsche. Laut statista.de ist der von den Deutschen am häufigsten genannte Neujahrsvorsatz für 2026 „mehr Geld sparen“ (51 %). Auf Platz zwei folgt „gesünder ernähren“ (50 %), Rang drei nimmt „mehr Sport treiben“ ein (48 %). In anderen Befragungen ist „weniger Stress und mehr mentale Gesundheit“ das Hauptziel 2026 der Deutschen. Vorsätze speisen sich aus den Themenbereichen Gewohnheiten (z.B. „Schluss mit der Aufschieberitis“), Gesundheit (z.B. „jeden Tag frisches Obst“), Beruf (z.B. „einen besseren Job finden“), Finanzen (z.B. „einen langfristigen Finanzplan aufstellen“), Privatleben (z.B. „Beziehungen mehr pflegen“) und persönliche Entwicklung (z.B. „öfter die eigene Komfortzone verlassen“). Wie so oft ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Wunsch und Wirklichkeit trennt oft eine unüberwindlich erscheinende Kluft. Gemäß Umfrageergebnissen sind 15 Prozent aller guten Vorsätze schon nach einer Woche wieder verschwunden, nach zwei Wochen schwinden weitere 12 Prozent. Insgesamt scheitern über 90 Prozent aller guten Vorsätze. Warum? Wir neigen dazu, uns zu viel auf einmal vorzunehmen, gute Vorsätze entspringen oft einer Laune nicht einer strategischen Überlegung und der Zeitpunkt für die Umsetzung ist allzu oft schlecht gewählt. Endlich ein besserer Mensch werden ist ein erstrebenswertes Ziel, aber: Passt die Veränderung zu uns? Wollen wir sie wirklich? Sind wir jetzt dazu bereit und in der Lage? Wir sollten unseren Blick nicht nur auf Selbstoptimierung richten, sondern uns auch all das in uns Gute bewahren. „Ich möchte so bleiben wie ich bin“ kann ein guter Vorsatz für in sich ruhende, austarierte Menschen sein.

Key Takeaway: Die japanische Kaizen-Methode ist Change-Management light. Jeder Tag sollte eine Verbesserung erbringen. Dazu ist es hilfreich, große Ziele in Teilschritte aufzuteilen, jedes erreichte Ziel stärkt die Veränderungsmotivation. Es bedarf sehr konkreter Veränderungsabsichten, die Verhaltens- und Annäherungs-ziele, keine Vermeidungsziele sein sollten. Warten Sie nicht auf den optimalen Zeitpunkt, um den ersten Schritt zu gehen. Wir sollten neuen Gewohnheiten Zeit lassen, bis sie sich etablieren können, das braucht auch Frustrationstoleranz.

Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger