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Wussten Sie eigentlich …

… dass Sehnsucht ein inniges Verlangen nach Personen, Sachen, Zuständen oder Zeitspannen ist? Sie ist oft mit dem Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können.

Zur Psychologie der Sehnsucht

Der bevorstehende Advent und damit die „staade“ Zeit sind für viele Menschen auch eine Zeit der Emotionen, der Besinnlichkeit, der inneren Einkehr. Wenn sich Seelen und Herzen öffnen muss damit nicht immer nur Positives verbunden sein. Es ist geradezu naheliegend, dass auch unerfüllte Bedürfnisse, nicht gelebte Wünsche, verpasste Gelegenheiten, ungeklärte Beziehungen und vieles mehr zum Vorschein kommen. Es gibt verschiedene Formen der Sehnsucht: Nostalgie ist die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, die oft idealisiert werden. Wehmut beschreibt eine zarte Traurigkeit und eine bittersüße Sehnsucht nach einer schöneren Vergangenheit. Und auch Sehnsüchte wie Heimweh oder Fernweh kennen wir alle. In einer Veröffentlichung des Psychologischen Instituts der Universität Zürich werden sechs Merkmale der Sehnsucht unterschieden: Da gibt es zunächst die Unerreichbarkeit einer persönlichen Utopie und damit die Sehnsucht nach dem persönlich wenigstens sehr guten, am besten perfekten Leben. Sehnsüchte resultieren auch aus dem Erkennen der Unvollkommenheit und Unfertigkeit des eigenen Lebens. Der Dreizeitigkeitsfokus bezieht sich auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es besteht Sehnsucht nach etwas längst Verlorenem, das im Jetzt fehlt und auch in Zukunft nicht verfügbar sein wird. Bittersüße Gefühle sind Phantasien von Ersehntem, wodurch das eigene Leben intensiv bereichert werden würde und das doch unerreichbar erscheint. Sehnsucht dient auch der Bewertung des eigenen Lebens. Die Rückschau und Lebensbewertung kann eine Neuausrichtung einleiten. Schließlich haben Sehnsüchte auch Symbolcharakter und stehen für andere unbefriedigte Bedürfnisse. Ein Sportwagen kann ein Grundbedürfnis nach Freiheit oder Jungendlichkeit nur bedingt bedienen. Sehnsüchte geben wie alle emotionalen Zustände Orientierung und können

Handlungen einleiten. „Wer nicht seinen Sehnsüchten folgt, den verfolgen seine Sehnsüchte“ (Georg Wilhelm Exler).

Key Takeaway:  

Sehnsüchte lassen uns ungestillte Bedürfnisse erkennen und erlauben es uns auch, wenigstens eine gute Weile in eine bessere Traumwelt einzutauchen. Mal ehrlich: Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, nichts Materielles, sondern eine Begegnung, eine Erfahrung, ein Erlebnis, was wäre es? Was würden Sie so gerne wieder einmal tun, fühlen und genießen? Machen Sie das Machbare und es wird Sie bereichern!

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Ihr

Dr. Stefan Gerhardinger