Wussten Sie eigentlich …
… dass der Erholungseffekt eines Urlaubs nicht von dessen Länge abhängt? Solange der Urlaub eine Mindestdauer von 4 – 10 Tagen hat, kann der Stress einem nachhaltigen Erholungseffekt weichen.
Verweile doch, du bist so schön!
So preist Goethe im „Faust“ den Augenblick. Vielen erscheint es höchst erstrebenswert, die im Vergleich zur Arbeitsbelastung wenigen freien Stunden und Tage so intensiv wie möglich zu nutzen. Qualität und Quantität der Freizeit sollen ihr Maximum erreichen. Am besten so viel Urlaubsgefühl wie irgend möglich aufladen und konservieren, auf dass es lange anhalten möge. Dabei erträgt es der Mensch immer schwerer, nichts zu tun, unproduktiv zu sein, einfach nur im Augenblick zu verweilen. Der Neurobiologe Hufnagl untersucht seit 2004 mit Hilfe von EKGs, wie sich Führungskräfte entspannen können. Die Untersuchten sollen dafür fünf Minuten aus einem Fenster schauen, sonst nichts tun. Bei diesem Versuch zeigten bereits 2004 nur knapp 30 % eine Entspannungsreaktion, während 70 % eine Stressreaktion aufwiesen. 2019 wurde die Studie wiederholt und es waren nur mehr 5 %, die diese Pause zur Entspannung nutzen konnten. In Zeiten des Smartphones scheint Nichtstun offenbar gänzlich abgeschafft worden zu sein. Dabei haben wir in einer sich immer schneller bewegenden Welt Ruhe, Erholung und Urlaub um so nötiger. Es gibt ein Rezept für gute Urlaube. Im „Dramma“-Modell werden die sechs Säulen effektiver Erholung beschrieben. Demnach sollte eine persönlich gewinnbringende Freizeit folgende Elemente umfassen: Gedankenfreiheit (detachment), Entspannung (recovery), Selbstbestimmtheit (autonomy), Herausforderung (mastery), Sinnhaftigkeit (meaning) und Verbundenheit (affiliation). Studienergebnisse weisen darauf hin, dass zu wenig Urlaub die Sterblichkeit erhöht. Andererseits machen gute Urlaube den Menschen kreativer, leistungsfähiger und weniger krankheitsanfällig.
Key Takeaway
Urlaub kann ein sehr viel längerer Zeitraum sein, als die tatsächlichen Tage am Urlaubsort. Der Urlaub kann mit der Auswahl des Reisziels beginnen, die Urlaubsvorbereitung macht Vorfreude. Nach dem Urlaub werden Bilder be- und verarbeitet, man erzählt von den Urlaubserlebnissen und manche Urlaube bleiben viele Jahre sehr frisch und wohltuend im Gedächtnis. Vieles ist Sache des eigenen Mindsets. Gestalten sie öfter auch ein Wochenende wie einen kleinen Urlaub. Studien belegen, dass dies nachweislich das Wohlbefinden steigert.
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Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger