Wussten Sie eigentlich …
… dass der Philosoph Descartes ein eindeutiger Vertreter des Bewusstseins war. Der Psychoanalytiker Freud hingegen machte das Unbewusste als heimliche Steuerzentrale populär. Tatsächlich sind 95 % unserer Entscheidungen unbewusst.
Effektive Psychologie
Die Psychologie beschreibt eine Vielzahl an Effekten, die unser Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflussen. Nehmen Sie Kontakt auf mit unbewussten Entscheidungsmechanismen und entscheiden Sie dann bewusster, wie sie künftig damit umgehen wollen. Confirmation-Bias ist ein Bestätigungsfehler, wir suchen nach „Beweisen“ für eine einmal gefasste Meinung und finden diese dann auch. Der Mere-Exposure-Effekt besagt, dass wir Dinge positiver bewerten, je öfter wir Kontakt damit hatten. Das Peter-Prinzip beschreibt, dass beruflicher Aufstieg solange erfolgt, bis die Schwelle zur eigenen Unfähigkeit überschritten ist. Vom Pygmalion-Effekt sprechen wir, wenn hohe Erwartungen an andere dazu führen, dass deren Leistungen sich verbessern („gute“ Schüler werden demnach immer besser). Der Halo-Effekt, auch Heiligenscheineffekt genannt, belegt, dass einzelne herausstechende Merkmale einen Gesamteindruck positiv einfärben. Der Benjamin-Franklin-Effekt bewirkt, dass wir für unser Gegenüber sympathischer werden, wenn wir es um einen kleinen Gefallen bitten. Gemäß dem Reziprozitäts-Prinzip bekommen wir für kleine Geschenke sehr viel mehr zurück, als wir in diese investiert haben. Der Bystander-Effekt verdeutlicht, dass die Wahrscheinlichkeit Hilfe zu leisten sinkt, desto mehr andere gleichzeitig zugegen sind. Der Goal-Gradient-Effekt besagt, dass wir im Anblick der Ziellinie trotz komplett verbrauchter Ressourcen noch Rest-Energie mobilisieren können. Nach dem Hawthorne-Effekt steigern wir unsere Leistung, wenn wir uns beobachtet glauben. Wenn nach verpasster Deadline alle Dämme brechen und alle Vorsätze sich auflösen, sprechen wir vom Jetzt-ist-es-auch-egal-Effekt. Nach dem Overconfidence-Effekt halten sich viele Menschen für deutlich besser als der Durchschnitt. Der Luzifer-Effekt sagt, dass das Teuflische in uns auch bei unbescholtenen Zeitgenossen das Ruder übernehmen kann. Nach dem Matthäus-Effekt vermehren sich einmal etablierte Güter fast automatisch. Der Placebo-Effekt bestätigt, dass Wirksamkeit vom Glauben abhängt. Der Vorführ-Effekt tritt auf, wenn der Ernstfall eine Pleiten-, Pech- und Pannenserie wird. Nach dem Knappheitseffekt sind für uns v.a. Dinge höchst begehrenswert, die limitiert sind. Es gibt noch viele weitere psychologische Gesetzmäßigkeiten, die uns leiten, ohne dass wir es wirklich erkennen.
Key Takeaway:
Nicht alles Effektive ist auch effizient oder positiv. Unsere Wahrnehmung filtert aufgrund von Vorerfahrungen und aktuellen Bedürfnissen, so dass wir aus der tatsächlichen Realität unsere eigene Welt erschaffen. Man sollte derlei Prinzipien kennen, um nicht zu oft durch unbewussten Nebel zu navigieren, im Irrglauben, alles im Griff zu haben.
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Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
