Wussten Sie eigentlich …
… dass wir nach Grawes Konsistenztheorie vier psychologische Grundbedürfnisse haben? Die Bedürfnisse nach Orientierung und Kontrolle, Lustgewinn und Unlustvermeidung, Bindung sowie Selbstwerterhöhung wollen befriedigt sein.
Konflikte als Chance
Es gibt innerpsychische Konflikte, deren gute Lösung dazu führt, mit sich selbst im Reinen zu sein. Für die zwischenmenschlichen Konflikte braucht es viel Interaktionskompetenz. Wir sind nicht primär auf der Welt, um die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen. Fakt ist aber auch, dass viele Konflikte entstehen, weil persönliche Bedürfnisse eben nicht gestillt sind. „Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen“ sagt uns Erich Kästner. Konflikte sind emotionalisierte Unterschiedsverhandlungen. Durch das Zementieren von Positionen erstarren sie, bleiben aber am Leben. Flexibilität, Dynamik und aktive Bewegungen hingegen bringen Lösungen. Reibung erzeugt auch Wärme. Konflikte sind beileibe nicht nur negativ zu betrachten, sie haben auch bedeutsame positive Auswirkungen: Konflikte stellen uns auf die Probe, d.h. wir müssen uns mit unserer eigenen Meinung auseinandersetzen, uns selbst hinterfragen, ob wir tatsächlich im Recht sind. Wir erfahren auch, was uns wichtig ist und warum. Konflikte bringen die Wahrheit ans Licht. Durch die Vervielfältigung und den Wechsel von Perspektiven entdecken wir Aspekte, die bislang nicht in unserer Sichtweise repräsentiert waren. Missverständnisse beruhen auf Unwissenheit. Konträre Positionen können auf Wissensdefizite hinweisen und so Klärung bewirken. Konflikte weisen auf Schwachstellen in Systemen hin, zeigen auf, was nicht gut genug geregelt ist, wo ein unterschiedliches Normenverständnis gilt. Somit dienen Konflikte der notwendigen Weiterentwicklung. Konfliktlösung fördert das Selbstvertrauen und die Gemeinschaft. Es kann ein Wir-Gefühl entstehen. Gemeinsam um eine Lösung gerungen zu haben und dann erfolgreich gewesen zu sein, stärkt das Miteinander. Gut bearbeitete Konflikte verhelfen zu mehr Gelassenheit und gesteigerter Souveränität im nächsten Konfliktfall.
Key Takeaway:
Es gibt fünf Konfliktstile: Vermeiden (niemand gewinnt, keine Klärung), Nachgeben (ich verliere, du gewinnst), Kompromiss (keiner von uns gewinnt, keiner verliert), Durchsetzen (ich gewinne, du verlierst), Zusammenarbeiten (beide gewinnen). Wie agieren Sie typischerweise in Konflikten? Was sollten oder könnten Sie ändern? Nach der Komfortzone kommt die Wachstumszone.
Wenn Sie mehr zu diesem Thema und über sich selbst erfahren wollen, nutzen Sie die persönlichkeitsbildenden caritasGROW-Angebote (www.caritas-grow.de), insbesondere den Workshop „Konfliktmanagement“ am 11.03.2026.
Ihr
Dr. Stefan Gerhardinger
